Herbstzeitlos!

Nun haben wir es doch noch geschafft loszukommen.

Im goldenen Herbst und bei strahlendem Wetter erproben wir unser neues Mobil. Die erste Fahrt führt uns in die Nähe von Cuxhaven an die Elbe. Ein kleiner Stellplatz direkt hinterm Deich beherbergt uns für eine Nacht. Auf dem Weg dahin gleich die erste Erfahrung gemacht: Zwecks Abschätzung der Fahrzeit zu Hause auf dem Handy in google maps die Route aktiviert. Handy im Auto eingestöpselt und losgefahren. Dabei nicht realisiert, dass wir nach maps und nicht nach Auto-Navi fahren. Im „Final“ stehen wir plötzlich auf einem Weideweg zwischen Schafen, die uns verständnislos anglotzen. Unser neues Mobil wiegt über 3,5 Tonnen! Und das weiß google maps nicht. Aber dieses kleine Malheur ist schnell korrigiert und wir geniessen unser Abendessen mit Freunden im Restaurant vor dem Deich, nur wenige Schritte vom Mobilstellplatz entfernt.

Am nächsten Morgen machen wir früh noch eine tolle Walking-Runde an Elbe und Oste bei herrlichstem Wetter.

Am Auto scheint alles zu funktionieren und so brechen wir gegen Mittag auf gen Süddeutschland.

Wir machen Station im Remstal, bei dem Winzer, den wir schon im letzten Jahr besuchten. Seine Besenwirtschaft öffnet erst Tage später, bisschen schade. Als Alternative gehts zum Kelterfest ins Dorf. Dort „steppt der Bär“. Eine Megastimmung reisst uns mit, Jung und Alt tanzen auf Tischen und Bänken. Müde und weinselig kehren wir zu unserem Mobil zurück, die Räder schieben wir heim…

Am nächsten Tag treffen wir Freunde, ich spaziere mit N. lange durch die Weinberge, die Winzer haben Lese und wir haben so einiges zu bereden. Abends haben wir einen Tisch im Gretele reserviert, ein toller Abend in einem liebenswerten Lokal bei bestem Essen und gutem Wein.

Früh am nächsten Morgen: Weiter gehts ins Allgäu. Ruhige Stellplätze für mehrere Tage gibt es dort nicht viele, zudem müssen wir nun ver- und entsorgen. Nahe Immenstadt gibt es laut Führer einen gepflegten kleinen Campingplatz direkt am See. Gepflegt und sauber, das stimmt vollkommen, aber diese Art Plätze sind nicht unsere Welt, erfüllen uns aber unsere logistischen Bedürfnisse. Wir machen von dort einen Tagesausflug mit den Rädern nach Immenstadt. Für uns Flachlandtiroler wird das schon eine kleine Herausforderung – „Berg- und Talbahn“, später an der Iller entlang ist es dann erträglicher, mehr nach unserem Gusto. Der Stadtkern von Immenstadt ist klein und niedlich, aber nichts besonderes. Wir bummeln durch die Strässchen, schauen hier und dort. Es gibt ein gutes, einfaches Mittagessen unter freiem Himmel auf dem Marktplatz, danach geht es zurück Richtung Mobil. Ein kleines Café auf dem Heimweg serviert uns prächtigen Kuchen und ein grandioses Voralpenpanorama bei allerbestem Wetter.

Ein kleiner Dorfladen am See, ein urgiges „Tante-Emma-Lädchen“ bietet uns alles, was wir brauchen um unsere Vorräte zu ergänzen. Mit dick bepackten Rädern fahren wir das kurze Stück zum Stellplatz. Zwei Nächte sind denn auch genug und wir wollen weiter Richtung Bodensee. 

Bei der alten Destille am See finden wir keinen Stellplatz, der gesamte Bodensee ist rundum völlig überlaufen bei diesem herrlichen Herbstwetter. Also stellen wir uns nach Immenstaad, packen die Räder aus und unternehmen eine herrliche Radtour entlang des Sees. Die Fahrradwege sind ausgezeichnet, der Fahrradverkehr enorm! In Meersburg herrscht ein Betrieb „wie auf dem Kölner Hauptbahnhof“. Wir lassen uns von den Massen einmal durch die untere Stadt schieben, dann flüchten wir. Am See findet sich ein Gartenlokal, wir kehren ein, trinken ein Weissbier und essen eine Pinsa. Von oben grüsst Graf Zeppelin, die Kelter harrt des Weines und wir kehren heim.

Spät Abends spazieren wir nochmals an den Yachthafen, der See liegt kitschig-schön im Mondlicht.

Langsam müssen wir an den Heimweg denken. Bei immer noch schönstem Wetter, aber dickem morgendlichem Bodenseenebel verlassen wir den See und wenden uns gen Nordost. Unser nächstes Ziel heisst Dinkelsbühl.

Ein niedliches Städtchen mit einer bezaubernden Atmosphäre empfängt uns. Leider verhindern drei Tatsachen schöne Architekturfotos: Touristenmassen, geparkte Autos en masse und zahlreiche Baustellen in der Stadt. Und wie schon erwähnt, wir wollen heim, also starten wir frühmorgens am nächsten Tag gen Norden. Etwas Luft haben wir noch und wir finden eher zufällig einen lauschigen Ort in der Heide, nicht weit von zu Hause. Wir sind schier verzaubert von dieser zauberhaften Lokation, also bleiben wir gleich zwei Nächte, machen eine ausgedehnte Radtour und geniessen die Einsamkeit.





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