Valencia

Nachdem wir gestern mit Macht den Absprung von l’Ampolla gemacht haben, fühlen Wirt uns heute etwas freier. In Tortosa holte ich den gecheckten Hubzylinder aus der Werkstatt ab, – alles ok – nicht weit weg besorgten wir uns bei Repsol eine spanische Gasflasche. Das gestaltete sich übrigens interessant: Laut aller diesbezüglichen Auguren ist es zwingend erforderlich, für den obligatorischen Gasflaschenvertrag eine spanische Adresse vorzuweisen. Bei D auf der Finca hatte ich deshalb vorsorglich seine Einwilligung „besorgt“, nämlich die seine hierfür benutzen zu dürfen. Beim Gasbetrieb angekommen – er liegt mitten in der „Pampa“ öffnete auf mein Klingeln an der Türe ein netter, ziemlich zahnloser Spanier und ich erläuterte mit reichlichen Gesten untermalt das Wort: „contrado“. Er schaut mich an, weist mit dem Finger auf unser Mobil und wiederholt ein Wort, das sich so ähnlich wie „connecio“anhört. Schließlich begreife ich und zeige ihm unseren bei A* in Deutschland erworbenen, spanischen Gasflaschenadapter. Das alleine genügt ihm aber nicht, er will auch noch sehen, dass selbiger auch an unsere Gasschläuche passt. Nachdem ich ihm dies mit Expertengehabe demonstriert habe, ist er zufrieden und schliesst mit die neue, orange Flasche denn auch gleich an. Völlig ohne Vertrag oder sonstige Förmlichkeiten kommen wir so an eine einheimische Gasflasche und überglücklich wir düsen los. Das Energieproblem ist somit gelöst. So einfach kann Spanien sein. Und das auch noch zu spanischen Gaspreisen und ohne Flaschenpfand. Cool!

Es wird spät, erst bei Dunkelheit erreichen wir unseren Stellplatz am Rande von Valencia. Vorsicht hat die Wahl unserer Unterkunft diesmal wesentlich bestimmt, schließlich wollen wir abends nach der Rückkehr vom Sightseeing noch all unseren Hausstand, und nicht nur ein leeres Mobil vorfinden. All unseren Befürchtungen zum Trotz erweist sich dieser große Stellplatz nicht als ganz furchtbar, sondern als ganz ok, für die von uns geplanten drei Nächte in Valencia allemal!

Moderne Karawanserei, dafür safe und ganz ok!

Morgens sitzen wir in der U-Bahn auf dem Weg in in die Innenstadt, als D von der Finca anruft und uns mitteilt, dass die lokale ALKO Vertretung als Lieferzeit für den neuen Hydraulikschlauch 4 bis 6 Wochen veranschlagt. Herrrzzzlichen Dank auch – mit nur „3 Beinen“ nach Marokko? Das wollen wir beide nicht wirklich. Noch in der U-Bahn sitzend schreibe ich eine email an den Servicebetrieb unseres Mobils bei Bad Segeberg. Bereits nach 30 Minuten, wir sind mittlerweile in der Markthalle von Valencia angekommen, also mitten zwischen Gemüse, Fleisch und Fisch, klingelt mein Handy und der sehr hilfsbereite Lagerleiter erklärt mir, dass Firma R diese Schlauchleitungen selbst konfektioniert und dies auch für uns kurzfristig erledigen kann. In der Tat: ein paar Stunden später erhalte ich eine email: „Schlauch ist versandfertig, an welche Adresse schicken?“ Von hier aus mein Riesenlob und herzlichen Dank an die helfenden Hände in Schleswig Holstein! Jetzt brauche ich final hier in Spanien nur noch einen ruhigen Platz zum Schrauben und zwei Auffahrrampen. Und das sollte sich finden lassen.

Derart erleichtert und beschwingt bummeln wir weiter durch die Markhalle, lassen uns von den vielfältigen kulinarischen Verführungen einfangen und schnabulieren hier und da kleine Köstlichkeiten. Dann geht’s weiter, raus, in die Altstadt von Valencia, wir lassen uns einfach treiben. Die grosse Kathedrale ist heute unser einziges fest geplantes Ziel. Bildungskost an ein einem Bildungsfastentag.





Hinterlasse einen Kommentar