Heue geht es rund um den/die Erg Chebbi, die grösste Sanddüne Marokkos, direkt an der Grenze zu Algerien. Wir stehen mit unserem Mobil am Hotel von Moha, es ist ein komfortables und sehr gepflegtes Haus direkt an den Dünen. Von unserem Stellplatz bis in den Wüstensand sind es nur wenige Meter Fussweg. Heute aber gehen wir nicht zu Fuss, sondern es geht mit dem Geländewagen auf die Riesendüne.





Früh am Morgen, kurz nach Sonnenaufgang liegt die Düne majestätisch beleuchtet in der Morgensonne. Hassan und Ali eilen zum Morgengebet gen Mekka an einen stillen Ort. Die Kamele haben ihre Morgenarbeit bereits erledigt und dürfen ausruhen. Aber um 9:00 Uhr geht es für uns los und wir besteigen die Landcruiser. Die Fahrt rund um und in der Düne beginnt harmlos. Der (die?) Erg Chebbi hat sehr ordentliche Ausmaße, nämlich 21 mal 11 Kilometer. Nicht weit entfernt liegt die algerische Grenze und die grosse Sahara, wir sind also im äussersten Osten von Marokko angekommen.
Nicht nur wir sind an der Düne unterwegs, auch einige Motorsport-Enthusiasten frönen hier ihrer Leidenschaft. Schließlich wurde hier jahrelang die Rallye Dakar entlang geführt, bis die Saudis kamen.




Die Landschaft kann man einfach nur mit „grandios“ umschreiben. Karge Steinwüste wechselt mit hohen Dünen aus feinstem rotgelbem Sand, Saharasand. Ständig ergeben sich neue Perspektiven. Mehrfach machen wir halt und lassen uns von der Natur gefangen nehmen.
Unsere Fahrer sind Amazigh, sie leben in der Landschaft und haben über Jahrtausende gelernt, mit der Natur zu leben. Dennoch ist der allgegenwärtige Wassermangel eine stete Bedrohung geworden. Obwohl uns dies stets bewusst ist, können wir uns dem einmaligen Reiz dieser Landschaft nicht entziehen.





Wir machen Halt bei einer sesshaft gewordenen Nomadin und ihren drei Kindern. Sie lebt auf der Erg Chebbi, nicht weit von deren bewohntem, Rand und dennoch völlig alleine, ohne männlichen Beistand in der Wüste.


Für uns nicht vorstellbar, dass dies eine menschliche Behausung für einer Mutter und ihre drei Kinder von vielleicht 4 bis 8 oder 9 Jahren ist. Wohnzimmer, Küche mit Backofen, Schlafzimmer, die temporären Badezimmerwände sind drei, bei Bedarf aufgehängte, grobe Kamelhaardecken. Kurz nach unserer Ankunft dort kommt die Familie heim. Ich bringe es nicht fertig sie zu fotografieren, während sie und ihre Kinder uns durch ihre Behausung führen.
Ein wenig beklommen steigen wir wieder in den klimatisierten Jeep ein, der krasse Gegensatz zwischen dem Leben unter einfachsten Bedingungen in Armut hier, unser Wohlstand, unsere Annehmlichkeiten und die Sorgenfreiheit da. „Das Leben ist nicht fair“, singt Grönemeyer, in anderem Kontext zwar, ich finde aber der Gedanke pass auch hier.
Es ist Mittag geworden, die Sonne steht hoch, wir halten für einen komfortablen Imbiss und kalte Getränke. Die Fahrer ziehen sich zum Gebet gen Mekka unter ein paart schattenspendende Palmen zurück, der festgefahrene Jeep kann erst einmal warten, Allah geht vor.
Mit einem grandiosen Rundblick über Erg Chebbi beenden wir diesen eindrucksvollen und langen Ausflug in die Wüste.





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