Die Reisen des vergangenen Herbsts haben wir hier bislang nicht aufgezeichnet.
Es waren einige schöne Kurztrips dabei, haben unter Anderem Kopenhagen besucht und sind im Herbst nochmals über Südtirol zum Gardasee. Meran und Trautmannsdorf bei noch schönem Herbstwetter, dann weiter zum Gardasee. Es war eine schöne Reise, allerdings hat das Wetter nicht so mitgespielt wie wir uns das gewünscht hatten und so flüchteten wir aus Lazise über die Alpen zurück gen Norden. Alpsee und Immenstadt waren nun unser Ziel für ein paar schöne Herbsttage im Allgäu. Dann ging es zurück nach Norddeutschland.
Nun, im Februar 2025, haben wir uns mit unserem guten alten Freund C verabredet.
Unsere Freundschaft währt nun schon so lange, über 50 Jahre, und sie hat die langen räumlichen Trennungen, bedingt durch C’s Auslandstätigkeiten, schadlos und geradezu jugendlich frisch überstanden. Nach dem Studium, während seiner Promotion in Japan, lebte sie als Brieffreundschaft, später in Michigan habe ich ihn besucht, nach China hat es mich jedoch nicht verschlagen, trotzdem blieb der Kontakt stets eng. Die Distanz heute: geradezu ein Katzensprung. Seine Partnerin S ist aus China zu Besuch, sie bleibt stets die erlaubten 90 Tage, bevor sie wieder für dieselbe Zeit ausreisen muss. Diesmal wollen Saane und ich S endlich persönlich kennenlernen.
C wohnt versteckt in einem 200 Seelendorf am Ende eines einsamen Tales im Pfälzer Wald. Dorthin hat er sich, nach Jahrzehnten als erfolgreicher Topmanager in aller Welt, zurückgezogen. Ich freue mich darauf, ihn wiederzusehen.
Entspannt reisen wir in zwei Etappen gen Süden. Das kleine Städtchen Alsfeld liegt günstig an unsrem Weg, deshalb wird es heute erneut unser Etappenziel. Diesmal kommen wir am frühen Nachmittag dort an, parken das Auto und schlendern bei Sonnenschein durch die kleinen Gässchen der Altstadt. Wir freuen uns am wunderschönen Fachwerksensemble, das Städtchen selbst ist am Samstagnachmittag wie ausgestorben, für den Fotografen eine Freude.
Gutbürgerlicheres Abendessen im alten Gasthaus am Markplatz.









Ein gutes Stück hinter Landau gehts am nächsten Morgen bergauf in den Wald hinein und bald erreichen wir den kleinen Flecken, C’s Zuhause. Die Strassen dort sind zu eng für uns und zudem steil, deshalb suchen wir uns ruhige Nachbarn am Dorfrand. Beim Friedhof gibt es einen Parkplatz, dort stören wir niemanden und wir selbst haben auch Ruhe, autark stehen ist für uns kein Problem.
Unser Wiedersehen ist herzlich und voll ehrlicher Freude, C hat ein prächtiges Mittagsmahl bereitet: es gibt frische Rehkeule, schwäbische Spätzle und Rosenkohl. S erweist sich als reizend, weltgewandt, weit gereist und aufgeschlossen. Interessiert an Geschichte, Kunst und Kultur, Malerei, Musik. Das Tischgespräch ist vielfältig, spannend, interessant und bisweilen gewürzt mit der Nachdenklichkeit des Älter Werdens. Hinter welcher der Kurven voraus liegt das Ende unserer Strasse?
Bei einem weiten Waldspaziergang beschäftigen uns ernste Themen und gerne nehme ich einen guten Rat meines Freundes mit nach Hause.
Abends geniessen wir ein herrlicheres Abendessen mit Elsässer Spezialitäten aus dem kleinen französischen Städtchen hinter dem Berg. S erzählt von ihrem Leben zu Hause, allein, nicht weit von Peking am Meer, in einer Stadt mit 7 Millionen Einwohnern. Wohnt im 16. Stockwerk eines der zahllosen Hochhäuser mit 32 Etagen. Wohnsilos. Sie erzählt mit einem stillen Lächeln auf den Lippen, stoisch muss man es wohl nennen: sich über Dinge aufregen, die man nicht ändern kann, macht einfach keinen Sinn.
Es ist spät geworden, weit nach Mitternacht, als wir zu unserem Auto aufbrechen. Ein paar hundert Meter den Berg hinab und wir sind da. Die Heizung hat ihre Arbeit getan: es ist muschelig warm. Müde vom langen Tag und von den vielen Gesprächen fallen wir ins Bett.
Abschied: ein festes In-den-Arm-nehmen und das grosse Versprechen uns ganz bald in dieser Runde wieder zu sehen. Erneut ein wertvoller Tag für die Erinnerungskiste, den keiner missen möchte.
Leider haben wir auch diesmal kein wirkliches Glück mit dem Wetter im Süden. Die Prognose war schlicht grottenfalsch. Im Elsaß wird es ab morgen furchtbar naß! Und so müssen wir, nolens volens, umplanen und dem schönen Wetter hinterherfahren: ironischerweise zurück in den Norden!
Wismar
Denn hier scheint die Sonne! Nach gut 500 km sind wir angekommen. Unser Stellplatz beim Westhafen ist ideal gelegen für einen Besuch der Stadt. Schon früher bin ich mit dem Boot hier gewesen, für eine ausführliche Stadtbesichtigung hat die Zeit aber nie gereicht.
Am Marktplatz gibt es ein altehrwürdiges Restaurant in einem historischen Gebäude, dort nehmen wir unser Abendessen: fein zubereiteter Fisch! Bei Vollmond schlendern wir durch Gässchen und kleine Strassen zurück zum Auto. Der nächste Tag ist Besichtigungstag. Wir sind überrascht von der Schönheit und dem weitgehend perfekten Zustand der alten Bausubstanz. Wir werden im Sommer wieder hierher kommen, wenn Konzertsaison ist.

























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