Das Jahr ist noch jung, die Tage noch kurz und das Wetter lässt meist noch zu wünschen übrig. Leichte nächtliche Minusgrade? – Egal! Der Dauerregen macht über’s Wochenende eine Pause und ganz oben an der Küste scheint die Sonne! Also los! Wir haben ja sowieso dort oben zu tun, unser Boot will bald aus dem Winterschlaf geholt werden, entsprechende Vorbereitungen müssen deshalb sein. Wir packen ein paar Sachen ins Auto und verholen uns für ein Wochenende an die Ostseeküste Richtung Fehmarn. Seit so vielen Jahren ist uns diese Insel schon zur zweiten Heimat geworden. Immer wieder, auch wenn das Boot nicht im Heimathafen auf seinem Liegeplatz ist, kommen wir gerne her. Gerade im frühen Frühjahr und im Herbst, wenn die Insel leerer ist.

Der erste Insel-Spaziergang und die erste Radtour des Jahres hier sind wunderbar. Vom Deich aus sehen wir die Fehmarnschwäne im Wasser der Ostsee, weiß die Alten, noch mit leicht grauem Flaum die Jungtiere des letzten Jahres. Majestätisch bewegen sie sich mit fast unmerklichen Schwimmbewegungen über das glatte Wasser im Lee des Deiches. Abseits schwimmen ein paar Stockenten. Manche Tiere gründeln, suchen ihr Abendessen im flachen Wasser. Am Ufer stakt ein einsamer Fischreiher. Majestätisch und grazil. Wir radeln zu dem Gasthof neben dem Getreidesilo im alten Gemeindehafen. Wir gehen von Zeit zu Zeit ganz gerne dorthin. Kein Chic, keine überdrehten Extras, keine haute volée, alles bodenständig, solide, einfach gut, nordisch by nature eben.
Der frische Fisch zum Abendbrot ist ein Genuss, der Gastraum mit den maritimen Dekorationen und seinem Charme der späten 50er Jahre ist warm, fast heimelig, nur wenige Tische sind belegt. Bei einbrechender Dämmerung machen wir uns auf den „Heimweg“, unser Mobil steht 5 km entfernt an der Steilküste.

Wir erleben einen unglaublich schönen Sonnenuntergang. Daheim angekommen gibt es bei Kerzenschein noch ein Glas und eine ausgedehnte Lesestunde, bevor wir in die warmen, gemütlichen Kojen kriechen…
Der neue Tag schenkt uns einen kolossalen Sonnenaufgang, leider bin ich nicht schnell genug mit der Kamera draußen, aber selbst als die Sonne schon höher steht ist die Szene immer noch atemberaubend schön.

Später machen wir eine Radtour in den Hauptort der Insel, wir benötigen noch einige Kleinigkeiten für’s Mobil, unter anderem einen neuen Dosenöffner. Über eine ehemalige Bahntrasse, die heute als Radweg ausgebaut ist, geht es komfortabel und zügig nach Burg. Auf dem Heimweg statten wir unserem kleinen Cafe im Hafen einen Besuch ab, der selbstgemachte Kuchen schmeckt wie immer sehr gut, die Portionen sind reichlich.
Abends gibts ein gutes, einfaches Abendessen aus der Panty, die Kerzen brennen und der Lesestoff liegt schon bereit.


Heute kommt Sanibonani zu ihrem Recht und ich verbringe Zeit in der Bootshalle. Unser Mobil steht in der Sonne geparkt, S. ist dort geblieben und widmet sich ihren Handarbeiten. Selbst in der Nähe der Bootshalle ist der Blick auf die Ostsee mit dem Sonnenglast und den schnell ziehenden Wolken ein Augenschmaus.

Nach getaner Arbeit noch ein ausgedehnter Gang entlang der Wasserkante, aber jetzt zieht der Himmel schon wieder zu; wir brechen auf gen Heimat. Unser Wohnort empfängt uns mit Nieselregen. Zurück im Winterblues-Modus…
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