Wir sind immer noch in l’Ampolla auf der gleichen Finca. Unsere Abreise am Freitag verhinderte eine defekte Hubstütze. Beim Ausfahren von der Finca gibt es ein Bodenhindernis. Übersehen. Krach und krumm! Nix geht mehr, Bodenfreiheit war mal. Besagte Zuwegung erscheint übrigens wie das Werk eines advanced hobbyists: „Chaussee deformée“ ist noch geschmeichelt. Aber D guckt und beruhigt und telefoniert. Ich gucke auch, aber ziemlich dumm und dann wir fangen schon mal an abzuschrauben. Einen Mechaniker? Erst einmal Fehlanzeige, wegen Wochenende – es ist ja immerhin schon Freitagmorgen! Und so warten wir geduldig auf den Montag und den Monteur, der da kommen soll.
By the way: „Manana“ describes a degree of urgency, unexpressable in any other language.
Wir machen aus dem Missgeschick eine Tugend und samstags eine große Einkaufstour. Runter in den Ort zum Supermarkt, den Spar, gleich beim Strand. Strahlender Sonnenschein, aber unterwegs ist es kalt.



Mehrere Liter Trinkwasser, Obst, etwas Gemüse, Brot, Milch wandern in den Einkaufswagen. All das muss ja auch wieder den Berg hinauf buxiert werden…
Zu dem nicht gerade entspannenden Anstieg kommt heute auch noch ein ekelig heftiger Wind hinzu. Und natürlich weht er genau gegenan. Komisch, beim Radfahren kommt der Wind immer von vorne! Ich bin mit zwei Packtaschen plus einem vollen Rucksack ziemlich beladen und trotz e-Bike und Max-Unterstützung bin ich, angekommen am Mobil, ziemlich fertig. Saane zaubert auf die Schnelle Tapas del la casa, dazu gibts für mich ein schönes, kaltes Cervesa, für sie ein Gläschen Weisswein.

Zur Sicherheit beschweren wir unsere kleine Bestelltischplatte mit einem Stein. Der Wind ist so stark, dass wir fürchten, unser Imbiss fliegt davon.
Der Sonntag dient zuerst einmal dem Ausschlafen. Nachdem die leichten Schauer abgezogen sind, setzen wir uns wieder auf die Räder und drehen eine kleine Runde. Wir radeln über eine Stunde lang durch Olivenhaine, die sich hier schier endlos aneinander reihen. Nur ein einziges, einsames Auto begegnet uns auf der ganzen Tour, ansonsten treffen wir keine Menschenseele.

Der Blick über die Olivenbäume hinunter zum Ebro-Delta ist immer wieder schön. Es ist überhaupt ganz erstaunlich, dass dieser Abschnitt der Küste im südlichen Katalonien, verglichen mit anderen Gefilden, relativ wenig Bausünden aufweist. Alles erscheint hier ein wenig ruhiger, beschaulicher, gesitteter. Uns gefällt es hier sehr gut. Nur der Wind bleibt kalt und heftig!
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