Granada, Tag 2

Wir haben ausgeschlafen, nun ja, was da bei älteren Herrschaften unter diesem Arbeitstitel eben so firmiert. Letztendlich hat das Wetter den Rhythmus des Tages bestimmt:  Gegen später soll etwas Regen kommen, also los. Wieder fahren wir mit der Bahn in die Stadt, alles andere macht keinen Sinn, und deshalb bleiben die Räder wieder in der Garage. Gegen 35ct für 30 Minuten Bahnfahrt anstrampeln? Nee, dafür bin ich nicht zu haben.

Heute wollen wir uns das ursprüngliche alte jüdische Viertel Realejo ansehen. Nicht so sehr die lauten Gassenzüge, mit all den Restaurants und Bars, die wir schon gestern gestreift haben. Nein, weiter oben, unterhalb der Alhambra, da sollen die ruhigen Wohnstrassen des Viertels liegen. Und diese haben wir uns für heute vorgenommen.

In der Tat, oben beim Campo del Prinicipe ist es ruhig und beschaulich. Wir durchwandern die Gassen und Strässchen, erklimmen Treppen, schlendern bergauf, bergab und erfreuen uns an ungeahnten Ausblicken und Perspektiven. Vor langer Zeit, um 1492, dieser für Spanien so wichtigen Jahreszahl, wurde den ursprünglichen Einwohnern dieses Viertels der Aufenthalt hier nachhaltig vergällt.

In weitem Bogen führt uns uns unser Weg langsam zurück hinunter in die Altstadt. Es ist später Nachmittag und Hungergefühle treiben uns. Ein einladend aussehendes Restaurant haben wir uns auserkoren. Obwohl voll besetzt und offenbar ausgebucht, können wir nach kurzer Wartezeit an einem Tisch Platz nehmen. Das Servicepersonal ist sehr zuvorkommend und überfreundlich, in der offenen Küche herrscht perfekte Organisation und Sauberkeit. Hier macht es Freude Gast zu sein. Die Bouillabaisse und der Seeteufel sind hervorragend, die abschließenden spanischen Schokoküchlein zu einem Cortado nebst Digestif ebenfalls. Gut, dass wir mit der Bahn gefahren sind, und nicht mit dem Rad! 

Der Regen setzte übrigens erst nach unserer Ankunft „zu Hause“ ein.  





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