Der Morgen in Rabat empfängt uns mit Sonnenschein und dem Ruf des Muezzin vom Minarett. Ein kurzes Frühstück und ab in den Bus, der uns nach Rabat bringt. Heute wollen wir die Stadt erkunden. Zuerst geht es zum Hassan Turm, und dem Mausoleum. Bei der Fahrt durch die Stadt fällt uns auf, wie sauber und grün hier alles ist. Die Straßen und Parks sind sehr gepflegt und erstrahlen in sattem Grün. Überall arbeiten Gärtner, Strassenreiniger und: Polizisten. An jedem Kreisel und jeder grossen Kreuzung stehen Beamte in strahlender Uniform, förmlich herausgeputzt und – sehen meist dem chaotischen Verkehr gelassen zu. Erst später, im Feierabendverkehr, sehen wir sie aktiv die Verkehrsregelung übernehmen. Autos, LKW, Busse, Taxis bilden ein wirres Knäuel, dazwischen tausende Mopeds, qualmende Stinkkisten, die sich überall, rechts, links über Zebrastreifen, sogar Gehwegen versuchen, einen winzigen Vorsprung zu verschaffen. Dies geschieht, ohne Rücksicht auf Verluste, auch unter Einsatz des eigenen Lebens. Mir graut vor dem Gedanken, das Mobil selbst durch dieses Gewühl steuern zu müssen. Aber zu unserem Glück sitzen wir im Bus und lassen uns chauffieren.
Der Hassan-Turm ist weithin sichtbarer Beginn eines großen Plans: Ya’cūb al-Mansur, ein Almohaden-Herrscher wollt gegen Ende der 12. Jahrhunderts die zweitgrößte Moschee der Welt bauen, größer als alle Moscheen im Maghreb, und größer auch als die Moschee Mezquita in Cordoba. Mit ihren gewaltigen Aussenmauern, deren Reste heute als Repliken zu sehen sind, geben einen Eindruck von den gerwaltigen Ausmaßen des geplanten Sakralbaus: 180 x 140 Meter gross war das Bauwerk geplant. Nach dem Tode von Ya’qūb al Mansur wurde der Bau für immer eingestellt. Dies war bei muslimischen durchaus üblich: Was ein Herrscher zu Lebzeiten nicht beendet werden konnte, führte sein Nachfolger nicht zu Ende, es blieb beim Status quo. Selbst das Minarett, der heutige Hassan-Turm, blieb mit seinen heute 44 Metern um die Hälfte unter den ursprünglich geplanten 80 Metern Höhe. Die Moschee sollte für sage und schreibe 50.000 Gläubige regelmäßiger Gebetsraum sein. Die nachträglich gestellten Säulen geben einen Eindruck von den gewaltigen Ausmaßen dieses geplanten Monumentalbaus.



Genau gegenüber des Hassanturms, angrenzend an den Grundriss altem Moschee befindet sich des Mausoleum für König Mohammed V, den Großvater des heutigen Königs Mohammed VI. Auch Hassan II, Sohn von Mohammed V, und Vater des heutigen Königs ist dort beigesetzt. Das Mausoleum ist ein eindrucksvolles Gebäude und für jedermann frei zugänglich.






Von der Anhöhe oberhalb der Stadt hat man einen eindrucksvollen Blick auf das Tal des Bouregreg, der Fluss, der die Schwesterstädte Rabat und Salé voneinander trennt. Dort steht auch ein weiteres Wahrzeichen von Rabat: der Turm Mohammed VI, des höchsten Gebäudes in Afrika. Weiter geht es für uns in den Palast von Mohammend VI. Die Anlagen dürfen von aussen auch von jedermann besichtigt werden. Der König ist in Marokko äußerst beliebt, er ist ein großzügiger Spender für soziale Einrichtungen und investiert als Geschäftsmann (!) sehr viel in Marokko. Wieter hgeht es für uns den Berg hinan, zur Festungsanlage. Von der Kasbah hoch über der Mündung des Bouregreg hat man einen gewaltigen Blick hinaus auf den Atlantik und über die Schwesterstadt Salé. Von der Kasbah, also der alten Festungsanlage, bummeln wir hinunter in die Medina, die Altstadt von Rabat. Kleine Gässchen beherbergen hunderte Händler und kleine Läden. Hier ist es nicht ganz so drangvoll eng, wie die Souks in Marrakech, die wir morgen besuchen werden.














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