Sneek preview (März 2026)

Groningen – Leuwarden – Sneek

Wir holen unser Mobil aus der Werkstatt – zu wievielten Male eigentlich? – und packen unsere Siebensachen hinein. Nach einer langen, schneereichen und kalten Winterzeit im Norden freuen wir uns auf ein paar Vorfrühlings-Sonnenstrahlen. Ausserdem liegt unser Verlobungstag (die no°48😊) an, den wir nach Möglichkeit immer gerne etwas besonders begehen. Wir waren noch nie zusammen in den Niederlanden, obwohl viele davon schwärmen…insofern wird diese Kurzreise also ein S(s)neek preview im doppelten Sinne!

Groningen

Diese Stadt kurz hinter der Grenze am Dollart ist unser erstes Ziel. Schnell ist es erreicht und wir finden den vorab ausgesuchten Stellplatz mitten im wunderschönen Stadtpark. Das Tor steht auf und wir fahren hinein, das Büro ist jedoch verschlossen. Auf mein Klingeln hin öffnet die Besitzerin sieht mich mit erstauntem Blick an. „Wir haben eigentlich die Woche über noch geschlossen, nur über das Wochenende machen wir auf!“, gibt sie mit als Hinweis. „Aber, wie ich sehe, seid ihr ja autark, da könnt ihr euch ruhig einen netten Platz aussuchen, unser Restaurant hat aber geschlossen und zu kaufen gibt es hier zur Zeit auch nichts“. – Das brauchen wir nicht, und glücklich über soviel Freundlichkeit suchen wir uns ein nettes, einsames Plätzchen unter hohen Bäumen.

In Groningen mit dem Fahrrad unterwegs zu sein ist, kurz gesagt, einfach geil. Hier haben Radfahrer absolute Gleichberechtigung, dafür hält sich jeder Radfahrer an die geltenden Regeln, nicht so, wie die leider weit verbreiteten Kampfradler in Deutschland. Einzig der Seitenabstand, den Radler untereinander beim Überholen auf den Fahrradautobahnen einhalten, beträgt oft nur wenige Dezimeter, daran muss sich Deutscher erstmal gewöhnen, also, die Überraschung kommt von hinten!

Die erste Vorfrühlings-Sonne lugt hervor und die Stadt quirlt vor jungem Leben. Groningen ist Unistadt uns offenbar bei Ausländern sehr beliebt. Alle Hautfarben sind vertreten und Englisch ist die meist gehörte Sprache auf der Strasse. 250 Tausend Einwohner hat Groningen, das Durchschnittsalter beträgt gerade mal 38 Jahre! Und Käse gibts in rauem Mengen!

Wir sind ganz verzaubert, die alte Architektur der Kaufmannshäusergeschickt kombiniert mit Moderne, die Grachten rund um die Altstadt, die vielen Traditionssegler, die hier offenbar überwintern, das bunte Leben auf den Strassen und in den zahlreichen Strassencafés beeindruckten uns schwer. Spontan hängen wir noch einen Extratag an.

Der Markt am nächsten Tag ist beeindruckend: in schier endlosen Gassen drängen sich Stand an Stand – und der Markt ist voller Menschen, jungen vor allem! Ein riesiger Brotstand produziert lecker aussehendes frisches Brot und süsse Backwaren am laufenden Band, hier hat sich eine grosse Traube junger Menschen gebildet, die brav darauf warten, bedient zu werden.

Das Forum Groningen ist eine Mischung aus Bibliothek, öffentlichem Coworkingplace, Kunstausstellungsort mit, Abenteuerspielplatz, Restaurant nebst grandioser Aussichtsplattform. Der Zugang ist komplett kostenfrei. Stark! Die Architektur des Gebäudes ist schlicht beeindruckend und sehenswert.

Leuwarden

Toller Stellplatz in einem winzig kleinen Yachthafen, 8 Stellplätze, vielleicht 15 Liegeplätze für kleine Boote.

Mit dem Rad fahren wir wieder auf tollen bike-highways, es sind nichtmehr als 15 Minuten, zum Zentrum und dem alten Gefängnis, mitten in der Stadt. Heute dient es als Heimstatt für Kunsthandwerker, Künstler und kleinen Geschäften mit ausgefallenem Sortiment.

Zwei hübsche getöpferte Kaffeebecher komplettieren von Stund an unsere Pantry. Auch hätten wir spontan am liebsten gleich einen Bildhauerkurs belegt. 

Leuwarden ist, wie schon Groningen, sehenswert und gewiss eine extra Anreise wert. Auch hier „tobt“ das Leben, wegen des schönen Wetters, im Freien. Leuwearden hat, wie Pisa auch, einen schiefen Turm!

Den Mittagsimbiss nehmen wir stilgerecht auf einem alten Frachtschiffsrumpf ein. Ein tolles, tiefen-entspanntes Lebensgefühl stellt sich ein! Per Zufall kommen wir an einem altertümlichen Kolonialwarenladen vorbei, der sich als ein kleines Museum entpuppt. Für eine kleine Spende besichtigen wir dieses, von Privatinitiative betriebene, Kleinod. Reminiszenz an meine Kindheit: die leinenbezogenen Kittelknöpfe, wie am Apothekerkittel meiner Mutter.

Sneek

von Leuwarden aus ist es nicht weit dorthin. Wieder zieht es mich auf einen Stellplatz im Yachthafen. Der Yachthafen hat gleich mehrere Bootshäuser it gewiss hunderten von Wasserliegeplätzen. Die Niederländer sind schon ein Volk von Seefahrern. Die Altstadt von Sneek ist klein, überschaubar, aber nicht ganz so imposant wie die Städte zuvor. Abends gibt es zu Krönung dieser kurzen Reise ein sehr leckeres Abendessen im Restaurant des Yachthafens.





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