Am 12. April soll unsere zweite Reise in diesem Jahr beginnen. Anstrengende Tage und Wochen haben wir hinter uns, Geburtstagsfeiern, die Messe in Stuttgart, eine Beisetzung in Süddeutschland, Haus- und Gartenarbeit, Werkstatt-Termine, Familiengedöns. Der Start selbst gerät holprig und nicht so, wie ursprünglich geplant – aber immerhin geht es los.
Das Holprige hat gleich mehrere Gründe: die Reparatur meiner Hörhilfen wurde nicht rechtzeitig abgeschlossen und die Dinger sind noch beim Hersteller, der Optiker hat S‘s neue Brille nicht fertig und unser Gartenrobbi versagt – trotz ordnungsgemäßer Wartung – nachhaltig und widerspenstig seinen Dienst.
Also muss erst einmal ein Plan B her – und der sieht wie folgt aus: Zwischenziel Ostsee und alles mit Interimslösungen!
Also, das Mobil ist gepackt und wir starten am Sonntagmittag zuerst einmal in Richtung Ostsee. In Scharbeutz gibt es einen netten Stellplatz, farbenfroh und ein bisschen eigenwillig dekoriert, aber ganz nett und in Strandnähe, auch der Ortskern ist nur wenige Gehminuten entfernt. Schon öfters haben wir dort übernachtet. Wir finden reichlich Platz, und parken problemlos unser Auto. Strandspaziergang und Kuchenkauf beim Bäcker. Abends läuten wir unseren „Saisonstart“ ein, mit einem feinen Abendessen in unserem Lieblingsrestaurant, dem Herzbergs. Der Spargel ist wirklich köstlich, Herr Pfaffmann sorgt für heitere Stimmung.
Am Dienstag wartet einer unser Lieblingsplätze auf uns: ein kleiner, piccobello sauberer Stellplatz, zwischen Grömitz und Neustadt gelegen und mit traumhaftem Blick über eine weite, saftig grüne Wiese hinweg, auf die blaue Ostsee. Das Wetter ist sonnig, aber es ist noch frisch.

Wir machen einen wunderschönen Strandspaziergang entlang der Wasserkante. Mittwochs reisen unsere Marokkofreunde H+C aus Kiel an. Im neuen Restaurant „Breeze“ (Küche durchaus fein und Service sehr zuvorkommend!) essen und plaudern wir angeregt – und ja, ich bin spargelsüchtig!



Donnerstags soll nun endlich alles auf die Reihe kommen. Früh starten wir von der Ostsee zunächst zurück ins Alte Land. Opas Hörgeräte sind fertig, Omas Brille auch, nur der Robbi nicht und das Leihgerät arbeitet unzuverlässig. („Schiete secht Fiete“!)
Am frühen Nachmittag starten wir in Richtung Rheinland. Zu unserem nächsten Ziel bei Koblenz ist es zu weit für heute, und so wählen wir uns einen Etappenplatz zur Übernachtung.

Nahe dem Kamener Kreuz werden wir fündig: der kleine Stellplatz Marina Rünthe gewährt uns für eine Nacht Asyl. Wir sind überrascht: hier verbirgt sich die grösste Marina von NRW mit Motoryachten, wie sie auch in Grömitz liegen könnten! Nach ruhiger Nacht und ausschlafen starten wir gegen spätem Vormittag.
R+I wohnen auf dem Hang des Westerwalds, gerade oberhalb von Koblenz. R, mein alter Freund, WG-Kumpel, Wegbegleiter über viele Jahre. Viel zu lange schon hatte ich diesen Besuch versprochen, viel zu oft schon – nicht böswillig – verschieben müssen. Heute klappt es endlich. Wir dürfen unser Mobil beim Nachbarn gegenüber auf dem Grundstück abstellen, ein wahrhaft luxuriöser Stellplatz für die Nacht. Wir sind ja mit unserem Auto ziemlich autark und können problemlos mehrere Tage ohne Versorgung mit Wasser und Strom auskommen. Grossen Wassertanks, „dicken“ Batterien und den Solarpanelen auf dem Dach sei Dank. Wir werden herzlich begrüsst und köstlich versorgt, inklusive einer Sightseeing-Tour durch das nächtlich illuminierte Koblenz.



Viel zu schnell verfliegen die Stunden bei angeregten Gesprächen und lieb gewordenen, gemeinsamen Erinnerungen. Am nächsten Morgen naht schon der Abschied, bedauerlich, aber wir hinken etwas hinter unserem Zeitplan her. Hugsˋn Kisses, „bis Pfingsten, da sehen wir uns ja in DA“ – und schon ist dieser schöne Aufenthalt wieder vorbei. Vielen Dank, mein Freund!
November Charlie!
Menschen mit Seefunk-Lizenz sagen diese beiden Buchstaben etwas, ein Seenotfall ist hier aber auf gar keinen Fall gemeint! Auch unseren Freunden N und C im Remstal haben wir schon lange versprochen einmal wieder vorbei zu kommen. Auch N ist enger Freund, schon aus Schultagen in MOS, war über Jahrzehnte „1WO“ auf unseren Segelbooten und immer präsent, unendlich hilfsbereit. Eine von den wenigen Freundschaften, die Jahrzehnte überdauert hat. Unser Auto steht beim Weinbauern auf der Wiese, unsere kleinen e-bikes gewähren uns Mobilität und halten uns bei Puste, auf den steilen Berghängen des Remstals. Wir verbringen eine sehr schöne Zeit miteinander, guter Wein, gutes Essen (Spargel!😊). November Charlie, wieder tausend Dank für Eure große Gastfreundschaft!
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