Wir reisen weiter, langsam weist unser Generalkurs wieder gen Norden – zumindest schon fast.
An den Lago Maggiore, diesen See, den wir so mögen, zieht es uns jetzt. Leider, leider ist uns das Örtchen Verbania, so vertraut und geliebt, verschlossen, der Abmessungen unseres Autos wegen. Enge Strassen und zu kleine Stellplätze drumherum. Also bleibt uns – als suboptimale – Alternative nur das schweizerische Locarno. Kein Vergleich zu unserem geliebten Örtchen im Piemont.


Wir bleiben über Himmelfahrt. Was für ein sozialer Unterschied: gestern noch die aufgeschlossenen, freundlichen, herzlichen Italiener am Gardasee, heute die feinen, distinguierten und seehr distanzierten Schweizer. Das Nordufer des Lago Maggiore, hier sind die Berge nicht ganz so dicht, hat allerdings den Vorteil ganztägiger Sonne, von kurz nach Aufgang bis fast Untergang. Locarno ist der einzige Schweizer Ort mit mediterranem Klima. Und deshalb bei Schweizern besonders beliebt. Und deshalb wohl auch besonders exklusiv.



Es ist aber schön für uns, wieder mal am See zu sein. Schließlich hat unsere Jüngste hier am See geheiratet, weiter südlich, oben in Oggebbio. Und in Villa V, unserem langjährigen Ferien-Domizil, stieg damals Feier.





Der Radweg vom Platz bis nach Locarno ist wunderschön, er führt immer am Ufer entlang. Schöne Häuser stehen hier und man hat immer einen traumhaften Blick auf den See. Der grösste Teil von Locarno ist jedoch potthässlich: 80er Jahre Architektur, quadratisch, praktisch – einheitenoptimiert! Spannende zeitgenössische Architektur hat Seltenheitswert. Die Altstadt am Hang, oberhalb des Ufers und hinter der Talstation der Funiculare, entschädigt mit ein paar Resten des alten Ticino – und uns – mit einem grossen Antik-Trödelmarkt am Freitag.









Nach vier Tagen machen wir uns fertig für die Weiterreise. Mit einer kleinen Träne im Knopfloch ein letzter Blick vom abendlichen Seeufer auf das beleuchtete Seeufer bei Locarno. Ciao Lago, ti amiamo!

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