Sonntags, gegen 10 Uhr am Morgen verlassen wir bei schönstem Wetter unseren Stellplatz in Mungia. Zwei ruhige Nächte hat uns dieser städtische Stellplatz, umgeben von Wohnblocks, ein ruhiges und sicheres Refugium für unsere Mobile gewährt. Heute wollen wir wieder ans Wasser, ein bisschen Strandleben geniessen. H hat einen Platz beim kleinen Örtchen Santoña gefunden, einfach soll er sein, aber schön gelegen und, das ist für uns wichtig, auch für grössere Autos geeignet. Ich hatte am Vortag eine Anfrage per mail losgeschickt, aber keine Reaktion erhalten. Dennoch fahren wir auf gut Glück hin. Gegen Mittag kommen wir an, der Platz ist noch gut gefüllt, aber Franko, der Betreiber, hat uns trotz „Funkstille“ wohl erwartet, jedenfalls fragt er, ob wir reserviert hätten. Er hat zwei temporäre Stellplätze bis zum Abend für uns, dann können wir auf unsere vorgesehenen Plätze umziehen und bekommen sogar Strom. Manchmal klappt es in Spanien also auch einfach so… Der Name des Platzes ist gut gewählt: „El Paraiso de Berria“

Mitten auf dem Stellplatz steht die Ruine einer, man ahnt es noch – einstmals schönen Strandvilla. Heute ist der Anblick traurig, sie ist, zum Schutz vor herabfallenden Bauteilen, eingezäunt und hoffnungslos dem Verfall preisgegeben. Großflächige, verwitterte Bemalung weist auf die letzte Nutzung hin: hier war, vor deren traurigem Ende mal eine Surfschule untergebracht.
Der kleine Ort liegt an einer, beiderseits von bewaldeten, steilen Bergen, begrenzten Bucht mit traumhaft breitem Sandstrand.
Durch eine kleine Dünenscharte führt der kurze Weg vom Mobil dorthin. Die Biskaya wirft ihr herrlich grün-blaues Wasser in mächtigen Wellen gegen den Strand, die Sonne lacht vom Himmel, der Wind weht stark, Surfer toben sich, die Wellen reitend, aus. Die Rettungsschwimmer haben die rote Flagge gehissst – Badeverbot für’s restliche Volk! Wir sind überwältigt und kommen uns vor wie im Paradies!









Für spanische Verhältnisse ist die Bebauung des Ortes geradezu minimalistisch, wenige halbhohe Gebäude stehen zwischen normalgeschossigen Wohnhäusern, keine Bettenburgen, alles in allem hat der Ort weniger als hundert Häuser. Entlang der Bucht und durch den Ort führt die Nordroute des Jakobswegs.
Franko betreibt an seinem Platz ein einfaches Freiluftrestaurant, abends gibts für uns dort eine Paella und eine Flasche kräftigen, einfachen Rotwein.

Insgesamt bleiben wir drei Nächte und fühlen uns – sauwohl! Wir spazieren am Strand, laufen ein Stück des Jakobswegs, radeln in den Ort, kurz: lassen es uns richtig gut gehen!
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