Zambujeira

Zambujeira an der Küste des Alentejo, hoch, auf einer Klippe thronend, ist ein nettes Örtchen, dass wir vor allem wegen seines Stellplatzes ausgesucht haben: dieser soll, so der Stellplatzführer, über besonders gute und sehr saubere Einrichtungen verfügen, zudem landschaftlich reizvoll sein und darüber hinaus auch noch nahe zum Strand liegen. 

Besonders die guten Einrichtungen sind ein Argument: wir wollen Waschtag halten, dafür wird es langsam Zeit. 

Unser Mobil ist unterwegs ja unser kleines Zuhause, welches uns alles bietet, was wir im täglichen Leben benötigen. Eine Waschmaschine einzubauen wäre technisch zwar möglich, halten wir aber für unnötig. Mit seinen immerhin 8,60m Länge und einem Gewicht von 6,7 Tonnen ist unser Carthago schon ein ziemlich grosses Teil., eigentlich ein LKW. Er besitzt einen Doppelboden, unseren „Keller“, der sehr viel Stauraum bietet. Unser Sanitärbereich ist vom Platz her großzügig bemessen und wirklich alltagstauglich, ein echtes „Badezimmer“. Wir haben eine Warmwasser-Heizung, 245 Liter Frischwasser an Bord, einen Grauwassertank mit 200 Litern Fassungsvermögen, ein grosser Schwarzwassertank ist ebenfalls vorhanden. Auf dem Dach sind Solarpanele installiert, grosse Li-Akkus versorgen uns mit Strom wenn wir autark stehen. Diese Ausstattung gestattet uns ein mehrtägiges Freistehen ohne jegliche Komforteinschränkung. Wir nutzen auf dieser, so wie auch schon auf unseren früheren Reisen, ausschließlich die Sanitäreinrichtungen in unserem Auto, denn wir legen im Alter nicht nur grossen Wert auf unser eigenes Bett, sondern vor allem auch auf unser eigenes Bad.

Wir finden den Platz in Zabujeira  wie beschrieben vor, allerdings einen geeigneten Stellplatz zu finden gestaltet sich zunächst spannend: Der Platz liegt am Hang, ist deshalb terrassenförmig mit mehreren Ebenen angelegt. Hohe Eukalyptusbäume spenden überall Schatten, stehen aber eng, was das Rangieren auf den schmalen Fahrwegen zusätzlich spannend macht.

Akkurat eingeparkt

Ausserdem: wir kommen samstags an – ohne Reservierung- , und am Montag ist, was wir nicht wussten, in Portugal Feiertag. Entsprechend voll ist der Platz bei unserer  Ankunft, mittags, schon. Dennoch finden wir einen supertollen Stellplatz, H und C direkt hinter uns. – Dusel gehabt! Blitzsauber ist hier wirklich alles, die Waschmaschinen von Miele. Ständig sehen wir auf dem Platz Gärtner bei der Arbeit, das Putzpersonal reinigt mehrmals täglich die Sanitärbereiche. Obwohl wir letztere nicht benutzen gibt dass schon ein gutes Gefühl!

Der Ortskern von Zambuheira liegt direkt an der Steiküste, keine fünf Minuten mit dem Rad entfernt. Die erste Wäsche hängt schon auf der Leine, deshalb nichts wie hin! Von oben blicken wir wenig später auf einen tollen Sandstrand , tief zwischen hohen Felsklippen gelegen. Von der nahe gelegenen Festivalbühne her dringen heisse Reggaeklänge an unser Ohr: eine Band beim Soundcheck.

In einer Bar mit Blickkontakt zur Bühne finden wir unter allerlei stylisch-coolem Surfervolk einen Platz und nehmen bebidas und einen Happen zum Abend. Schnell fällt die Dunkelheit hier ein und das Musikspektakel beginnt: heute ist Bodyboard Festival! Geile Musik, coole Stimmung! Ein herrlicher Duft von gutem Zeugs liegt über all dem! Wir geniessen diese musikalische Überraschung! Der Eintritt ist übrigens frei!

Waschen, Rad fahren, lesen, faulenzen, kochen und natürlich blog schreiben, so verbringen wir die nächsten Tage hier. Am Montag reisen die Portugiesen alle ab, der Platz wird leer. Nahe bei uns  steht der kleine Van eines deutschen Pärchens. Liebevoll haben sie sich für ihren Aufenthalt hier eingerichtet: Holztischchen, viele Kerzen, Tücher, Deko, Traumfänger in den Ästen unter denen sie mit ihrem Auto stehen. Sie werkelt an Schmuck oder strickt, er macht abends leise, stimmungsvolle, meditative Musik auf seiner handpan. Echt chillig! Die auf dem Platz drumherum lauschen erfreut.





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