… oder: noch nicht IN Porto aber dafür schon IM Porto!
Unsere Route führte uns von Salamanca Richtung Westen nach Portugal. Es ist Sonntag, die Straßen sind leer. Auf der Autovia E70 überholt uns nur alle paar Minuten mal ein Auto. Kurz vor der Grenze machen wir einen letzten Tankstop, Diesel ist in Spanien preiswerter als in Portugal, so sagt man. Die Autobahn Richtung Portugal wird jetzt leider immer holpriger, die Flickstellen auf dem Asphalt immer größer, fast so wie in Deutschland. Die Strassenqualität ändert sich schlagartig hinter der Grenze: in Portugal ist die Autobahn fast neu, das Fahren ist abgeben. Unser Ziel ist ein kleines Weingut oberhalb den Städtchens Peso da Régua im oberen Dourotal. Ab Régua, wo wir die Autobahn verlassen, sind die Strässchen eng, steil und ausnehmend kurvenreich. S überkommen gelegentliche nervöse Beinzuckungen, wenn es mal wieder gar zu eng und steil zugeht. Aber wir kommen nach 12 Kilometern gut oben an und finden einen kleines, hübsches Weingut in Alleinlage, außerhalb eines winzigen Örtchens, vor.




Junice, die das Gut mit ihrem Mann betreibt, begrüsst uns herzlich, offeriert Portwein zur Begrüßung und eröffnet uns, dass wir für die geringe, schon entrichtete Stellplatz-Gebühr Produkte des Hauses eintauschen könnten. Gerne kommen wir dem nach und nehmen uns drei verschiedene Flaschen mit ans Mobil für eine abendliche, private Verkostung. Es wird ein herrlich entspannter Abend in himmlischer Ruhe vor den Autos, allein hier oben auf dem Berg.
Der Montag, den wir zum Ausruhen und Relaxen geplant haben, wird heiß, sehr heiß! Mittags steht das Thermometer bei 33 Grad und die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel. H und C lassen sich davon nicht abhalten und machen eine Radtour zu einem Aussichtspunkt weit oberhalb des Dourotals. Wir lassen dies aus guten Gründen besser bleiben und machen housekeeping.
Am Nachmittag kommt Junice, wie angekündigt, und holt uns ab. Im Weinkeller werden wir auf die junge Ernte losgelassen: unter Anleitung ihres Mannes treten wir auf die traditionelle Weise die Trauben im Gärbottich klein und mischen die oben schwimmenden Früchte unter die fermentierende Maische. Dieser Vorgang wird in festgelegten Zeitabständen, anfangs alle 4, später 6 Stunden über mehrere (!) Wochen Tag und Nacht wiederholt, bis die Gärung soweit fortgeschritten ist, dass die Beckeninhalte auf Fässer gefüllt werden können. Das Ganze geht sehr lustig zu, wir haben viel Spass mit dem netten Winzerehepaar. Nach getaner Arbeit gibt es Portwein zu Belohnung und wir nehmen einen ordentlichen Handvorrat ihres Roten mit auf die Weiterreise.





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