Unterwegs auf dem Douro

Früh klingelt heute unser Wecker, 5:50 steht auf dem Display. Etwas müde und verschlafen kriechen wir aus dem Bett. Für heute haben wir eine Schifffahrt auf dem Douro geplant, wir machen uns fertig, ein schneller Kaffee, und schon steht wieder ein Uber-Taxi vor dem Tor um uns abzuholen. Es ist noch dunkel. Treffpunkt ist an die Estação São Bento, der Hauptbahnhof von Porto. Inzwischen geht die Sonne auf, die Bahnhofshalle ist fast menschenleer um diese Tageszeit und ich nutze dies für ein paar Fotos.

Um acht Uhr werden wir in einen bereitstehenden Bus verfrachtet und es geht ins knapp 100 Kilometer entfernte Peso da Regua, dem Städtchen nicht weit von dem Weingut entfernt, auf dem wir vor wenigen Tagen standen. Gegen 10 Uhr kommen wir dort an und besteigen mit knapp einhundert anderen Fahrgästen ein kleineres Schiff, die Rota do Douro. Sieben Stunden wird die Fahrt nach Porto dauern, wir sind gespannt und freuen uns darauf. Zunächst herrscht noch Hochnebel, die Sonne hat einige Mühe sich hindurch zu kämpfen, aber bald haben wir herrlichen Sonnenschein und klare Sicht. Eine sehr schöne Landschaft zieht an uns vorüber, ein enges Tal, umgeben von hohen Bergen, mit Weinbergen und Wäldern bedeckt, alte Architektur.

Die scheinbar einzige Strasse entlang des Flusses, am Nordufer gelegen, erscheint eng und ist für Mobile wie unsere völlig untauglich. Über Strecken zwängt sich auch noch eine Bahnlinie neben Flussbett und Strasse, es scheint alles sehr beengt zu zugehen.

Gegen Mittag kommt die erste von zwei Douroschleusen auf dieser Fahrt in Sicht. Gewaltige 35 Meter geht es abwärts und das in einer geradezu atemberaubenden Geschwindigkeit, wohl um die zwei Meter pro Minute, schätze ich. (Nachgelesen: 35 Meter in 13 Minuten!). Unten angekommen in diesem engen Schacht, erscheint der Himmel sehr weit weg von uns, der Ausschnitt mit Tageslicht über uns ist soo klein.

Geschlossen sieht das untere Schleusentor aus wie das Tor zum Hades – und es dauert eine gefühlte kleine Ewigkeit, bis es sich endlich öffnet und die „Rota“ aus dem dunklen Schleusenschacht wieder ins gleißende Sonnenlicht entlässt.

Mit Verlaub: die Schleusen des Nord-Ostseekanals, früher so oft selbst befahren, sind gegen die Hubhöhe dieser Anlage – mal abgesehen von der Kammergrösse – geradezu niedlich. Diese Douro-Schleuse ist übrigens eine der höchsten in Europa…

Am späten Nachmittag, gegen 17 Uhr legen wir, nach herrlicher Fahrt, in Porto an. Es ist Freitag, wunderbares Wetter und die Straßen rund um den Douro bieten Trubel, Lautstärke und Volksfestcharakter. Wochenende. Das hier ist uns zu viel und zu laut. Über die Ponte Luis Primero entfliehen  wir dem Trubel und verziehen uns in die Ruhe von Istas Garden.





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